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Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker

Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und sein Henker
Rohwolts Taschenbuch Verlag 1995
illustriert von Karl Staudinger
125 Seiten

1. Diesen Roman habe ich mir wegen seiner Begebenheit und seines
Autors ausgewählt.


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Von diesem Werk habe ich nur das Gute
gehört.Die Geschichte hat mir sehr gefallen und deswegen habe ich sie als Thema dieses Referats auserwählt. Außerdem ist Friedrich Dürrenmatt ohne Zweifel zu den besten Verfassern der europäischen Literatur nach 1945 zu zählen.
2. Friedrich Dürrenmatt wurde am 5.1. 1921 in Konolfingen ( Kanton Bern) geboren. Er war der Sohn eines Pfarrers.In Bern besuchte der junge Friedrich das Gymnasium, dann setzte er fort, Theologie, Literatur, Philosophie und Naturwissenschaften an der Universität zu studieren. Ursprünglich wollte er Maler werden und lange Zeit arbeitete er in Basel als Graphiker, Journalist und Kabarettexter. Nach dem Erfolg seiner ersten Theaterstücke wandte er ganz dem literarischen Schaffen zu. Schon zu seiner Lebzeit bezeichnete man ihn als Klassiker der Moderne. Dürrenmatt schuf fast 30 Stücke, unter ihnen zahlreiche theatertheoretische Schriften, provokante Komödien und Dramen.Er widmete sich natürlich dem Schaffen von Prosa und Romanen. Seine Tragikomödie "Der Besuch der alten Dame" wurde sogar verfilmt. 1959 bekam er den Schillerpreis der Stadt Mannheim. 1968/9 war er Direktionsmitglied im Basler Stadttheater. Im Jahre 1986 wurde ihm der Büchnerpreis verliehen. Am Ende seines Lebens hielt er die Komödie für die einzige Form, die der Situation der Zeit angemessen ist. Dieser kritisch- engagierter Mensch starb am 14.12. 1990 in Neuenburg an einem Herzinfarkt.
Seine anderen Werke: "Es steht geschrieben"," Die Physiker", "König Johann"(Dramen), "Der Verdacht", "Grieche sucht Griechin", "Die Panne"(Erzählungen),"Theaterprobleme" (Essays).
3. Diese Detektivgeschichte gehört zu seinem früheren Schaffen. Dürrenmatt geriet um Jahre 1950 wegen seiner Zuckerkrankheit und einiger Mißerfolge in finanziele Krise und began für die Zeitung "Der Schweizerische Beobachter" an diesem Fortsetzungsroman zu schreiben. Er erschien in acht Folgen und wurde zu einem großen Erfolg. In Buchform erschien dieser Kriminalroman im Jahre 1952.Als Werk gehört er zu der Literatur der Nachkriegszeit.
4. Alles fängt mit dem Fund eines ermordeten Polizisten in Twann ( Dorf in Tessenberg ) an. Dieser Mensch heißt Schmied und diente zu seinem Lebtag bei Berner Polizei. Dieser seltsamer Fall wird in Bern dem Untersuchungsrichter dr. Lucius Lutz und Kommissar Bärlach und dessen Helfer Tschanz anvertraut. In Schmieds Notizbuch findet man großen Buchstaben G, der auf einen reichen und einflußreichen Menschen, der Gastmann heißt, zeigt. Der fällt deswegen sehr schnell in Verdacht der Polizei. Bärlach und Tschanz fahren zum Gastmanns Haus, um festzustellen, ob er oder einer seiner Diener Schmied tötete. Dabei erschießt Tschanz den Hund von Gastmann, weil er den Kommissar bedroht. Das gefällt nicht Gastmanns Rechtsanwalt von Schwendi. Der geht am nächsten Tag zu Lucius Lutz und erzählt ihm, was geschah. Da tritt eine sehr wichtige Sache zutage und zwar, daß Schmied bei Gastmann als Spion wirkte, was Gastmann entdeckte. Zu seinen Bekannten und Freunden gehören Gesandte, Industrielle, berühmte Künstler und andere einflußreiche Personen. Einmal besucht Gastmann Kommissar Bärlach und beginnt ein großer Kampf. Sie kannten einander sehr gut von früher, weil sie mehrmals in der Türkei trafen. Damals schwor Gastmann Bärlach, daß er ihm kein Verbrechen nie nachweisen wird. Bärlach zögerte jetzt aber nicht, daß Gastmann diesen Mord nicht verübte. Wenn einmal Tschanz von Gastmanns Dienern und Gastmann bedroht wird, kommt es zum Feuerwechsel,. in dem Tschanz alle drei erschießt. Am Ende lädt der todkranke Kommissar Bärlach Tschanz ein. Da sagt ihm der alte und erfahrene Kommissar, daß er ihn die ganze Zeit gegen Gastmann wühlte. Tschanz ermordete nämlich Schmied ganz absichtlich, was Bärlach von Anfang wußte. Er beneidete Schmied um seine Erfolge und Fähigkeiten.
5. Kommissar Barlach, ein alter und erfahrener Polizist, der todkrank im Gespräch mit Gastmann ist S. 100: "Du irrst dich, du wirst mich nicht töten.Ich bin der einzige, der dich richten kann. Ich habe dich gerichtet, Gastmann, ich habe dich zum Tode verurteilt.Du wirst den heutigen Tag nicht überleben. Der Henker, den ich ausersehen habe, wird heute zu dir kommen. Er wird dich töten, denn das muß nun eben einmal in Gottes Namen getan werden". Doktor Lucius Lutz, der Untersuchungsrichter, der viel reist und kümmert sich eifrig um diesen Fall unterhält sich so
mit dem Oberst und Rechtsanwalt von Schwendi S. 70: " Wir sind in eine höchst schwierige Untersuchung verstrickt. Du weißt es ja selbst und der junge Polizist, der sich zur Hauptsache führt, darf für di schweizerische Maßstäbe als ganz gut talentiert gelten. Der alte Kommissar, der auch dabei war, gehört zu dem röstigen Eisen , das gebe ich zu. Ich bedauere den Tod eines so seltenen südamerikanischen Hundes, bin ja selber Hundebesitzer und tierliebend, werde auch eine besondere, strenge Untersuchung durchführen. Wenn ich an Chicago denke, sehe ich unsere Lage ganz trostlos." Von Schwendi, ein Adeliger und Oberst, der derselben Partei wie Lutz angehört spricht mit Lutz mit sehr direktivem Ton, S.94:
"Die Künstler sind notwendige Dekoration. Wir sind in einem Kulturstaat, Lutz, und brauchen Reklame. Die Verhandlungen müssen geheimgehalten werden, und das kann man mit den Künstlern am besten. Gemeinsames Fest, Braten, Wein, Zigarren, Frauen, allgemeines Gespräch, die Künstler langweilen sich, sitzen zusammen, trinken und bemerken nicht, daß die Kapitalisten und jener Macht zusammensitzen. Sie wollen es auch nicht bemerken. Künstler interressieren sich nur für Kunst, aber ein Polizist, der dabei sitzt, kann alles erfahren. Nein, Lutz, der Fall Schmied ist bedenklich."Der junge Detektiv Tschanz, der immer im Schmieds Schatten gestanden hat, bittet mit diesen Worten Kommissar Bärlach, S. 102: "Und jetzt, da ich einmal eine Chance habe, soll alles wieder für nichts sein, soll meine einmalige Gelegenheit hinaufzukommen in einem blödsinnigen diplomatischen Spiel zugrunde gehen! Nur Sie können das ändern, Kommissar, sprechen sie mit Lutz, nur Sie können ihn bewegen, mich zu Gastmann gehen zu lassen". Gastmann tritt als eine sehr geheimnissvolle Person hervor, ein Verbrecher, dem nie etwas nachgewiesen worden ist, hat Kommissar Bärlach gesagt, als sie in der Türkei gewesen sind, S. 97:" Deine Biederkeit kam nie in Gefahr , versucht zu werden , doch deine Biederkeit versuchte mich. Ich hielt die kühne Wette, in deiner Gegenwart ein Verbrechen zu begehen, ohne daß du imstande sein würdest, mir dieses Verbrechen beweisen zu können."
6. Die Begebenheit dieses Romans spielt sich in der Umgebung von Ligerz (Schweizer Jura ) ab, wo selbst Dürrenmatt lebte und deswegen sieht man hier in der Beschreibung wirkliches Gefallen. Diese Detektivstory ist natürlich auch Geschichte mit einer hintergründigen Pointe. Schon wie der Titel zeigt, geht es darum, wer wen richten kann. Tschanz war in diesem Fall der Richter, der alle richtet, aber der alte Kommissar steht über ihm und läßt alle sozusagen hinrichten. Bärlach, der die ganze Zeit ganz machtlos aussieht, zeigt sich als der Mächtigste. Tschanz wird nur mit seinem Neid getrieben. Andere interessante Person ist Gastmann. Als ob würde sich der Autor mit ihm einleben. Weil Dürrenmatt auch ein Nihilist und Kritiker gewesen ist, ist Gastmann auch ein Anarchist im übertragenen Sinne des Wortes. In einem Absatz sagt er nämlich: " Ich bin eine Art Polizei, aber ohne Macht, ohne Gefängnis hinter sich." Er glaubt, er kann machen, was er will. Es ist auch interessant, wer in diesem Fall auch über größere Macht verfügt. Auf Bärlachs Kraft zeigt auch seine Verstellungsfähigkeit und zwar, daß er als an Magengeschwüren erkrankte Mensch als "teuflischer Esser" zutage tritt. Als ob er ein Dämon wäre, der Hunger aller Welt stillt. Dürrenmatt mag vorgehabt haben, ein Werk zu verfassen, in dem den anscheinend schwachen Figuren die größte Macht zur Verfügung steht. In diesem Fall gewinnt Gerechtigkeit.
7. Obwohl in diesem Werk sehr viel Autobiographisches zu sehen ist, ist keine der Figuren wirklich, keine hat jemals gelebt. Das Thema ist meiner Meinung nach auch heutzutage aktuell. Die Gangster und Verbrecher gibt es zweifellos immer und dauernd existieren Leute, die glauben, daß sie unerschrocken sind und daß für sie kein einziges Gesetz gilt. Die Prinzipien kommen nämlich in jeder Zeit zur Geltung.

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