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Franz Kafka - Die Verwandlung (Erzählung 1915)

Die Verwandlung des Handlungsreisenden Gregor Samsa in ein ungeheures Ungeziefer ist im ersten Satz der Erzählung "Die Verwandlung" vollzogen. Genauer gesagt, vollzieht sich die Verwandlung bereits vor diesem ersten Satz.

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Wie eine antike Tragödie zeigt die Geschichte lediglich den letzten Akt. Das Grundelement der klassischen Dramaturgie - die Frage nach der Schuld des Helden und die allmähliche EntWicklung der Antwort auf diese Frage - scheint hier souverän vernachlässigt. Der Leser findet sich in der unbequemen Lage eines Detektivs, der den Verbrecher in sicherem Gewahrsam vor sich sieht, jedoch über die Schuld dieses Verbrechers und die Berechtigung seiner Verfolgung in völligem Zweifel schwebt. (Diese Situation wird sich angesichts Josef K.s im "Proceß" bis zur Grenze des Erträglichen steigern.)
"Die Verwandlung" nimmt unter Kafkas Tiergeschichten einen Einzelplatz dadurch ein, daß Gregor, zum Tier verwandelt, ein Mensch bleibt, ja als Tier Triebe zu Höherem in sich entdeckt, die ihm als Menschen verborgen geblieben waren. Wenn Kafka in dem "ungeheuren Ungeziefer" eine Allegorie seiner eigenen Existenz zeichnen wollte, dann verwischte er selber den Umriß dieser Zeichnung dadurch, daß er beständig darauf zu bestehen scheint, das Insekt stelle nicht nur einen Handlungsreisenden dar, sondern sei auch dieser Gregor Samsa in veränderter Gestalt. Von allem Anfang an wird der Schock der Verwandlung dadurch verstärkt, daß Gregor auf ihn in der rationalen Denkweise eines mittelmäßigen Menschen reagiert. Gleicherweise ist sein Verenden einem menschlichen Tod verwandter, als es den Nerven der Leser wohltut; das Insekt tilgt sich aus und erinnert in dieser Unterwürfigkeit nicht von ungefähr an Georg Bendemanns Selbsthinrichtung.
Kafka selbst hat die Erzählung deutlich in drei Teile gegliedert, von denen der erste Gregors Verhältnis zu seinem Beruf, der zweite das zu seiner Familie und der dritte das zu sich selbst darstellt.
Der erste Teil ist räumlich und zeitlich eng begrenzt. Er spielt in Gregors Zimmer; und auf dem Kasten gegenüber dem Bett tickt die Weckeruhr. das Zifferblatt des Weckers wird zum Rad der Zeit, an das der Handlungsreisende Gregor Samsa gefesselt ist. "Es war halb sieben Uhr, und die Zeiger gingen ruhig vorwärts, es war sogar halb vorüber, es näherte sich schon drei Viertel." Hier zählt und erzählt Zeit sich selbst. Zugleich legt das unaufhörliche Ticken des Weckers das Räderwerk des merkantilen Betriebs bloß, dem Gregor sich verdungen hat...."es war in fünf Minuten einviertel acht - als es an der Wohnungstür läutete." Der Prokurist der Firma betritt die Szene. Nicht mehr als fünf Minuten hat die Firma gebraucht, um Gregors Absenz zu entdecken. Mit der gleichen kalten Regelmäßigkeit, die aus dem unaufhörlichen Ticken des Weckers spricht und pocht, greift das Geschäft nach dem säumigen Angestellten. Um dem Zwang dieses grauen und reglementierten Daseins zu entgehen, mag sich Gregor während der "unruhigen Träume" der vergangenen Nacht in ein Ungeziefer verwandelt haben. "Die Verwandlung" würde sich damit als ein in Erfüllung gegangener Fluchttraum darstellen.
Aber Gregor ist mehr als ein Rädchen in der Maschine des Kapitalismus. Sein Verhältnis zur Firma weist auch menschliche Züge auf: die Eltern haben einmal von seinem Chef Geld geliehen und Gregors Arbeitskraft dem Geschäft gleichsam verpfändet. "Wenn ich mich nicht wegen meiner Eltern zurückhielte", sinniert er, "ich hätte längst gekündigt, ... habe ich einmal das Geld beisammen, um die Schuld der Eltern...abzuzahlen, ... mache ich die Sache unbedingt. Dann wird der große Schnitt gemacht." Die Eltern haben ihn in die Sklaverei verkauft, und niemand vermag zu leugnen, daß er das Dasein eines Sklaven führt. Aber auch Sklaven sind Menschen. Wäre seine Verwandlung ein Traum, dann hätte er paradoxerweise seine Menschlichkeit bei dem Versuch geopfert, der Sklaverei zu entrinnen. Er wäre nicht nur frei, sondern auch ein Tier. Sein tierisches Dasein jedoch beweist ihm alsbald aufs drastischste, daß auch hier keine Freiheit zu finden ist.
Gregor ist offenbar ein schlechter Schüler des Lebens. Er sucht nicht nur Erfolg, sondern flieht in auch. So bewegt er sich im Kreis der Tretmühle, zu der ihm sein Beruf geworden ist, strebt vorwärts einer Unabhängigkeit zu, die er nur dann erreichen kann, wenn er dem Chef das der Familie geliehene Geld zurückerstattet, versucht aber, sowie er dieser Freiheit einen Schritt näher gekommen ist, durch "unbefriedigende Leistung" seinen Abstand von dem Ziel wieder zu vergrößern. Er dreht sich und bewegt sich - um sich selbst - und kommt nicht vom Fleck.
Wäre es Kafka lediglich um die Moral gegangen, daß Gregor auch als Insekt seinem inneren Gesetz nicht entfliehen, daß er wohl seine Gewalt, nicht aber sein Wesen ändern konnte, dann hätte er die Erzählung hier abgebrochen.
Im zweiten Teil beginnt die Zeit zu zerfließen. Der erste hatte eine Stunde lang gedauert, von halb sieben bis etwa halb acht morgens. Bewußtlosigkeit hatte ihn eingerahmt, das Erwachen aus unruhigen Träumen zu Beginn, ein "schwerer ohnmachtsähnlicher Schlaf" am Ende. Mit dem neuerlichen Erwachen in der Abenddämmerung des Unglückstages nimmt Gregor seine Wanderungen wieder auf. Jetzt aber haben wir die Sphäre des Alltags hinter uns gelassen; der geregelte Ablauf der Zeit ist suspendiert, der Wecker vom Kasten verschwunden. Zwielicht erfüllt das Zimmer; unbestimmte Adverbien wie "bald", "später", "täglich" verwischen die Grenzen zwischen den Einheiten der Zeit. Einmal "war wohl schon ein Monat seit Gregors Verwandlung vergangen"; einige wenige Absätze später fürchtet Gregor, daß das einförmige Leben "im Laufe dieser zwei Monate" seinen Verstand verwirrt habe. Den präzisen Arbeits- und Lebensprozeß hat nun ein gestaltloses Dämmern in der Zeit abgelöst, wie es von Kranken, Gefangenen - und dem Junggesellen in der "Betrachtung" (Kafka, Betrachtung, diverse Erzählungen) erlebt wird. weiter








Von hier an erscheint die Geschichte als Parodie und Ablehnung von Kafkas Ideal: der Reinheit des Junggesellen.
Gregor ist nicht nur krank, sondern auch ein Gefangener. Er denkt an die Zeit seit seiner Verwandlung als an eine "Gefangenschaft". Verflüchtigt sich aber die Zeit, so verdichtet sich im zweiten Teil der Erzählung in einem faszinierenden Widerspiel der Raum. Früher war Gregor noch der Ausblick in die Welt durch das Fenster erlaubt gewesen, obwohl draußen nichts als Regen fiel, und wenn der Nebel sich endlich hob, "stand auf der anderen Straßenseite ein Ausschnitt des gegenüberliegenden, endlosen, grau-schwarzen Hauses - es war ein Krankenhaus - mit seinen hart die Front durchbrechenden regelmäßigen Fenstern". Jetzt aber ist er in seinem Zimmer eingeschlossen, als wäre es eine Zelle. Einmal fällt der Schein der Straßenlampe an die Decke, "aber unten bei Gregor war es finster". Es bleibt finster, bis zum Tod des Ungeziefers. Nun ist er zweifach gefangen, durch seinen "panzerartig harten Rücken" und durch sein eigenes Zimmer, die Zelle des Junggesellen. Beide Bilder weisen auf eine dem Junggesellen vorbestimmte Einsamkeit zurück und vorweg.
Nichts mehr verwandelt Gregors Einsamkeit. Die Familie hat nun die Aufgabe, sich dieser verlassenen Kreatur in ihrer Mitte anzupassen. Sie hat die Chance, ihre eigene Menschlichkeit zu erweisen, in dem Maße, in dem sie sich des Ungeziefers, des Sohns, annimmt.
Unter all den Figuren in den Geschichten seines Durchbruchs ist Frau Samsa am deutlichsten dem Leben Kafkas nachgeformt. In ihr hat der Dichter sowohl den Altruismus seiner Mutter wie die Oberflächlichkeit ihres Verständnisses für ihn festgehalten. Vor allem aber scheint er unter dem Gedanken gelitten zu haben, daß seine Mutter all ihre Liebesfähigkeit für den Vater aufgespart habe. "Es ist wahr", sagt er in dem Brief an den Vater, "daß die Mutter grenzenlos gut zu mir war, aber alles das stand für mich in Beziehung zu Dir, also in keiner guten Beziehung. Die Mutter hatte unbewußt die Rolle eines Treibers in der Jagd." Der Tod von Georg Bendemanns Mutter (Das Urteil) erscheint nun in einem neuen Licht: es war ein Akt der Scham und eine Tat der Gnade, daß Kafka sie sterben ließ, ehe die Erzählung begann.
Verglichen mit dem alten Bendemann reagiert der alte Samsa durchaus normal. Seine Umgebung bedingt und erklärt ihn. Die Bockigkeit, die Grobschlächtigkeit und das rücksichtslose Auftreten des alten Samsa haben wenig mit der übermenschlichen Statur des alten Bendemann gemein; es sind die Durchschnittseigenschaften eines kleinbürgerlichen Vaters aus der letzten Generation vor Sigmund Freud. Vom archaisch-dunklen Zorn des Vaters Bendemann ist es ein weiter Schritt zu Vater Samsas voraussehbarem Gehaben. Die Weite dieses Schrittes zeigt den Grad der Beherrschung an, den Kafka in erstaunlich kurzer Zeit über sein Handwerk gewonnen hatte.
Der entscheidende Charakter in der Familie Samsa ist die Schwester, Grete. Der Anklang ihrer beiden Namen deutet auf die tiefverwurzelte Vertrautheit Gretes mit Gregor. Solange Gregor noch als Mensch unter den Menschen weilte, unterhielt die Schwester als einziges Familienmitglied menschliche Beziehungen zu ihm. Nach der Verwandlung ist sie zunächst die einzige, die diesen Schicksalsschlag als eine Heimsuchung Gregors auffaßt und nicht als das Unglück der Samsas; ebenso ist sie die erste, die ihren Abscheu bezwingt und das Zimmer des Ungeziefers betritt. Ihre Menschlichkeit scheint mit ihrer künstlerischen Begabung übereinzustimmen: sie versteht "rührend Violine zu spielen". Sobald Gregors Verwandlung sie zwingt, das Haus zu verlassen und selbst einen Beruf zu suchen, vergessen sie und der Rest der Familie ihre künstlerische Neigungen - bis auf weiteres. Wie der Vater, ernährt nun auch sie die Familie. Aber sie dient dem Tier nicht nur als Ernährerin, sondern auch als Krankenschwester, Botin, Übersetzerin und Sachverständige in seinen Angelegenheiten. So wird sie zur letzten Autorität in allen Fragen, die das Wohlergehen ihres Bruders betreffen. Dies kommt dem Insekt teuer zu stehen, als in der Familie die erste offene Krisis ausbricht.
Grete hat den Plan ausgeheckt, die Möbel aus Gregors Zimmer fortzuschaffen. Der Grund, den sie hierfür angibt, scheint ihrer intuitiven Einsicht in die Bedürfnisse des Insekts zu entspringen; sie beabsichtigt nämlich, ihm "das Kriechen in größtem Ausmaße zu ermöglichen". Die Mutter wendet daraufhin ein, es sei doch gar nicht sicher, "daß Gregor mit der Entfernung der Möbel ein Gefallen geschehe... da er doch an die Zimmermöbel längst gewöhnt sei und sich deshalb im leeren Zimmer verlassen fühlen werde.". Das ist nun ganz in Gregors Sinn gesprochen, der an der Stube und ihrer Einrichtung als an den letzten Resten seiner ehemaligen Menschlichkeit hängt. Seine Identität wird gefährdet, wenn Grete ihren Willen durchsetzt. Versucht doch sogar die Mutter, das Zimmer in seinem gegenwärtigen Zustand zu erhalten, "damit Gregor, wenn er wieder zu uns zurückkommt" - dies kann doch nur bedeuten, daß Gregor im Augenblick abwesend und was jetzt als Insekt über Schreibtisch und Kasten kriecht, nicht mit dem Sohn Samsa identisch ist. Damit aber enthüllt die Mutter das hohle Pathos des Rufes, den sie kurz vorher ausgestoßen hat:" Laßt mich doch zu Gregor, er ist ja mein unglücklicher Sohn !". Mehr noch, sie ist schon jetzt, da der Gipfel der Krisen noch lange nicht erreicht ist, so weit wie Grete, die schließlich die Entfernung des Insekts aus dem Hause damit begründen wird, daß es ja nicht Gregor ist. "Du mußt bloß den Gedanken loszuwerden suchen, daß es Gregor ist", wird die Schwester ausrufen. "Daß wir es solange geglaubt haben, das ist ja unser eigentliches Unglück." Die Mutter aber hat es niemals geglaubt. Die Ohnmachtsanfälle, in die sie sich retiriert, bewahrten sie davor, Sohn und Insekt zu identifizieren.
So entschließt sich Gregor, für seine Identität zu kämpfen. Da sehen wir, gleich zu Beginn der Erzählung, ein Bild an der Wand seines Zimmers hängen. Dieses Bild hat er aus einer Illustrierten ausgeschnitten, und es ist ihm so sehr ans Herz gewachsen, daß er selbst einen Holzrahmen dafür geschnitzt hat. Neben der Kassiererin in einem Hutgeschäft, die in einem Atem mit der "lieben, flüchtigen Erinnerung" an das Stubenmädchen aus einem Hotel in der Provinz erwähnt wird, scheint die Dame mit der Boa das einzige erotische Erlebnis Gregors, des typischen Junggesellen, darzustellen. Seine verdrängten Triebe haben sich in seine Neigung für diesen Kunstdruck geflüchtet; diesen mechanischen Abklatsch eines tausendfach vervielfältigten und tausendfach entwerteten kommerziellen Klischees. Für das Insekt wird dieser Druck zu dem einen und einzigen Besitz, den er mit dem Einsatz seines Lebens zu verteidigen entschlossen ist. Ihn deckt er mit seinem Leib, als Mutter und Schwester seine Stube ausräumen wollen: der Leib eines Tieres deckt den Leib eines tierähnlichen Weibes, den, dreifach erwähnt, ein Pelz verhüllt. Wörtlich kehrt das "Bild der in lauter Pelzwerk gekleideten Dame" in dieser Familienszene wieder; zu ihm klettert das Ungeziefer hinauf, preßt sich an das Glas, das ihn mit seinem Wunschbild verbindet, indem es ihn davon trennt; das Glas hält ihn einen Augenblick lang fest und tut "seinem heißen Bauch wohl". Die Berührung mit diesem letzten wohlfeilen Schwundrest von Erotik ist der Gipfelpunkt seines Liebeslebens und zugleich der Anfang von seinem Ende. Und doch geht es Gregor nicht um Liebe; wer um seine schiere Identität zu kämpfen hat, liebt nicht mehr. Er sitzt auf dem Bild, als besäße er es.
Dies wiederum hat Gregor gezwungen, sein Versteck zu verlassen und aus seinem Gefängnis auszubrechen. Der Vater ist auf dem Schlachtfeld erschienen und hat das Insekt in eine Panik ohnegleichen versetzt. Gregor gibt das Bild der Boa-Dame, den Inbegriff seiner Menschlichkeit auf und tritt den Rückzug an. "Und so lief er vor dem Vater her, stockte, wenn der Vater stehenblieb, und eilte schon wieder vorwärts, wenn sich der Vater nur rührte." Wieder läuft Gregor im Kreise, und wiederum scheint der Kreis die Unendlichkeit repräsentieren zu sollen, mit der Gregors Schicksal in sich selbst verschlungen ist. Mit der hartnäckigen Konsequenz, die Kafkas schöpferische Intuition auszeichnet, wählt er nun wieder einen runden, kreisförmigen Gegenstand, um dem Kreis- und Leerlauf Gregors ein für allemal ein Ende zu setzen: "Es war ein Apfel; gleich flog ihm ein zweiter nach;...". Eines dieser Geschosse durchbricht den Panzer, bleibt im Rücken des Insekts stecken, beginnt dort zu verfaulen und wird so zu seiner unmittelbaren Todesursache. Als Symbole lassen sich die Äpfel unschwer mit dem Baum der Erkenntnis, dem verlorenen Paradies und der Erbsünde in Zusammenhang bringen. (So beißt auch im Proceß Josej K. unmittelbar nach seiner Verhaftung in einen im übrigen keineswegs zur Handlung gehörigen "schönen Apfel".)
Die tödliche Verletzung, die Gregor während dieser Schlacht erlitten hat, ist von einer anderen, schmerzlicheren Wunde begleitet. Grete ist ins Lager der Familie übergegangen. Aus einer barmherzigen Samariterin, einer "Schwester" im christlichen Verstande des Wortes, ist vollends die Tochter ihres Vaters hervorgetreten. Wie dieser hat sie die Faust erhoben und ihn mit eindringlichen Blicken durchbohrt. "Du Gregor!" hat sie gerufen, als sie das Ungeziefer auf dem Bilde hocken sah. Kafka kann sich nicht enthalten hinzuzufügen :"Es waren seit seiner Verwandlung die ersten Worte, die sie unmittelbar an ihn gerichtet hatte." Noch immer erkennt sie seine Identität an; aber diese Anerkennung zwingt sie nun auch, ihm die volle, sozusagen menschliche, Verantwortung für die katastrophale Wendung aufzubürden, die er diesem Auftritt gegeben hat. So wird aus seiner Verteidigerin seine Anklägerin und am Ende beinahe seine Henkerin.
Der Titel der Erzählung hat für die Schwester größere Gültigkeit als für Gregor selbst. Gretes Verwandlung bildet die Grundstruktur der epischen Handlung, während Gregors Metamorphose im ersten Satz der Erzählung bereits vollzogen und vorauszusetzen ist. Grete aber tritt mehr und mehr hervor; der Schluß zeigt dann, sehr zum Schaden der Erzählung, daß ihre Verwandlung sich folgerichtig zu Ende vollzogen hat.
Nachdem Grete ihre schützende Hand von ihm abgezogen hat, überläßt sich Gregor völlig dem Verfall. Jetzt ist er nichts mehr als ein "alter Mistkäfer". So wird er zumindest von der Bedienerin bezeichnet, die inzwischen aus einer von Kafkas Vorhöllen aufgetaucht ist, in denen sich die soziale Unterwelt mit jener der Apokalypse ein Rendezvous gegeben hat. Dieser Mistkäfer trägt in seinem Rücken die Wunde mit dem in Verwesung begriffenen Apfel, ein Sinnbild von Schuld und Erkenntnis.
Ein lichter Augenblick gewährt ihm Einsicht in seine traurige Lage. Dies wird in einer Szene des dritten Teiles deutlich, in der Gregor zum dritten und letzten Mal der Familie gegenübertritt. Wiederum ist unbestimmte Zeit verflossen; der herbstliche Regen des Anbeginns schlägt mit einer Heftigkeit an die Scheiben, die "vielleicht schon ein Zeichen des kommenden Frühjahrs" ist. Dieses "vielleicht" stammt aus der Feder des Erzählers: für das Ungeziefer selbst hat sich die Zeit in eine träge und gestaltlose Masse verwandelt. Auch der Raum der Erzählung hat sich entsprechend eingeengt, die Krankenstube sich in einen Haufen von Mist und Trödelwaren verwandelt:" Man hatte sich angewöhnt, Dinge, die man anderswo nicht unterbringen konnte, in dieses Zimmer hineinzustellen.. unnützen oder gar schmutzigen Kram... ebenso auch die Aschenkiste und die Abfallkiste aus der Küche...". Den Anlaß für diese neuerliche Heimsuchung Gregors bietet das Auftauchen dreier Zimmerherren in der Samsaschen Wohnung. Ernst, schweigsam und namenlos, scheinen sie mit ihren drei Vollbärten allen Raum einzunehmen, über den die Familie früher verfügt hatte. Die Familie selbst ist in die Küche abgedrängt. Eines Abends nun beginnt die Schwester in der Küche auf ihrer Geige zu spielen und wird daraufhin von den Zimmerherren eingeladen, das Konzert in ihrer Gegenwart fortzusetzen. Es wird ein "Kammer-Konzert" in des Wortes ironischster Bedeutung. Das Ungeziefer schleppt sich ins Wohnzimmer, in dem nun die Zimmerherren residieren. Obwohl es staubbedeckt, todmüde und halb verhungert ist, begeht es mit diesem Ausflug den ersten spontanen Willensakt seit seiner Verwandlung. Es hat die Initiative ergriffen, und sein Impuls ist Trotz und Verachtung. (Die Verteidigung der Dame auf dem Bild war eine Reaktion gewesen.) "War er ein Tier, da ihn Musik so ergriff?" Diese Frage ist ebenso rhetorisch, wie sie mit verborgenen Fußangeln versehen ist. Natürlich lautet die Antwort: Nein. Er ist ein Mensch. Nur ein Mensch vermag sich von Schönheit und Seelenhaftigkeit so hinreißen zu lassen. Diese Antwort jedoch führt zwangsläufig zu einem von zwei Schlüssen: Entweder ist Gregors Inneres von seiner Verwandlung unberührt geblieben, oder aber die Verwandlung wurde in diesem Augenblick verzücktem Lauschens rückgängig gemacht und aufgehoben. In beiden Fällen erscheint Gregors menschliche Identität gesichert. Und doch bleibt er, was er gewesen. Vater und Mutter Samsa lauschen zwar Gretes Darbietungen immer noch mit der größen Aufmerksamkeit, doch geht aus dem Ende der Geschichte hervor, daß ihre Hingabe an den Kunstgenuß nichts anderes darstellt, als die Befriedigung ihrer Elterneitelkeit. Das Insekt aber lauscht. Ihm ist, als zeigte die Musik den Weg zu der "ersehnten unbekannten Nahrung", auf die es Appetit empfunden hat, seit es die tödliche Wunde im Rücken trägt. Freilich hat es der Verwandlung bedurft, um eine solche Sehnsucht in ihm zu erregen, denn der Handlungsreisende Gregor Samsa war dem Zauber der Musik alles eher denn aufgeschlossen gewesen. Wohl hatte er mit dem Gedanken gespielt, die Schwester "nächstes Jahr", ohne Rücksicht auf die großen Kosten, die das verursachen mußte, und die man schon auf andere Weise hereinbringen würde, auf das Konservatorium zu schicken. Dennoch war er kein Freund der Musik. Sie ließ sich ja weder wägen noch werten, und er mag sich zu den "großen Kosten" teils aus einem ihm selbst unbewußten Unbehagen an der eigenen Existenz, teil darum entschlossen haben, weil er den Widerstand der Eltern herausfordern wollte. Vielleicht war in diesem Plan der erste schwache Funke der Auflehnung aufgezuckt, der Rebellion gegen ein Dasein, das nichts Subtileres kannte als die Dame mit der Boa auf dem Bild.
Und selbst in diesem Augenblick hingegebenen Lauschens verkennt er das Wesen dessen, wonach er sich sehnt. Er übersetzt es in die einzige Sprache, die ihm geläufig ist, in die des Besitzens.
Hier blicken wir in Gregors Schuld wie in einen trüben Wirbel. Durch Kafkas Meisterschaft sind wir auf dem Scheitelpunkt der Erzählung angelangt, der gleichzeitig auch der Tiefpunkt in der Entwicklung ihres Helden ist. Eishauch tödlich verfehlter Existenz schlägt uns entgegen. Die Frage nach Gregors Schuld und dem Grund für seine Verwandlung stellt sich nun noch einmal. Liegt Gregors Schuld bei ihm selbst, in seiner Besitzgier und seiner Unfähigkeit, sich diesen Wahn einzugestehen? Die Schwester, denkt das Ungeziefer, soll bei ihm bleiben, aber "nicht gezwungen, sondern freiwillig"; er billigt also dem geliebten Wesen einen eigenen Willen nur als Ausdruck unbedingter Unterwerfung zu. Besteht seine Schuld darin, daß er außerstande ist zu erkennen, daß sich die "ersehnte unbekannte Nahrung" nicht verzehren und verdauen läßt? Ist diese "ersehnte unbekannte Nahrung" mit Musik identisch? Wenn sie aber mit Musik identisch ist, ist Gregor darum einer Verwandlung unterworfen worden, weil er seine Hingabe an das Unbekannte hat delegieren und von sich abschieben wollen? Weil er den Plan hegte, seine Schwester auf das Konservatorium zu senden, statt es selbst zu versuchen? Wollte er Grete als seine Botin ins Reich des Höheren und Ersehnten benützen? Hätte er selbst ein Musiker werden sollen, ein "Armer Spielmann" (Grillparzer, Der arme Spielmann, Novelle, 1848) statt eines besitzgierigen Handelsreisenden? Hätte er der Verwandlung vorbeugen können, wenn er in freiem Entschluß dem verhaßten Broterwerb entsagt hätte und einem "ersehnten unbekannten" Beruf nachgegangen wäre, dem des Musikers zum Beispiel? Dient die Musik hier als ein Sinnbild der Kunst im allgemeinen und er "Betkunst", der Literatur, im besonderen? Prägt sich das Lebensparadox des Urjunggesellen im paradoxen Bild dieses Menschen aus, der einer Tiergestalt bedurfte, um sich über das Menschliche hinauszusehnen?
Dieser Wirbel von Fragen führt uns zu Kafkas Junggesellen und der "Tiefe" seiner Schuldgefühle zurück. Gregors Einsamkeit weist auf einen solchen Abgrund hin; desgleichen jener Schmutz, in den das Ungeziefer gehört und zu dem es schließlich in Gestalt eines Mistkäfers zurückkehrt. Dieser "Grund" des Junggesellen scheint sich in Gregors Verwandlung widerzuspiegeln in dem Sinne, daß beide Extreme und Paradoxe der menschlichen Existenz darstellen, die dem Gesetz von Ursache und Wirkung nicht unterworfen sind. Wenn wir aber Gregors Verwandlung mit unseren Fragen umkreist haben, ohne je eine Antwort zu finden, dann sind wir lediglich dem Strukturprinzip gefolgt, das Kafka in dieser Erzählung zur Anwendung brachte. Dieses Prinzip ist: Bewegung ohne Ursprung und Ziel;sein Bild: der in sich selbst zurückkehrende Zirkel.
Wir haben diesen Zirkel durch Gregors menschliche und tierische Existenz nachgezogen. Was übrigbleibt, ist der Zustand lebloser Materie. "Den verfaulten Apfel in seinem Rücken und die entzündete Umgebung, die ganz von weichem Staub bedeckt waren, spürte er schon kaum. An seine Familie dachte er mit Rührung und Liebe zurück. Seine Meinung darüber, daß er verschwinden müsse, war womöglich noch entschiedener als die seiner Schwester. In diesem Zustand leeren und friedlichen Nachdenkens blieb er, bis die Turmuhr die dritte Morgenstunde schlug."
Hier ist das Verenden des Tieres weder ein "befreiendes Erkennen" noch ein Tod der Versöhnung mit sich und der Welt. Dieses Ungeziefer ist kein Held, der seine eigene Vernichtung bejahte, weil er durch ein Selbstopfer die Zwietracht in der Welt, die sein Erscheinen verursacht hatte, beheben und aussöhnen will. Gregors Gedanken sind "friedlich", weil sie "leer" sind. Er sagt ja zu seinem Ende, wie er einst zu dem Joch seines Berufes und hierauf zu der Entdeckung ja gesagt hat, daß der Vater ihm seine Ersparnisse verheimlichte. Tatsächlich hat Gregor nicht gelebt, das Dasein ist in körperlichem und geistigem Verstande spurlos an ihm vorbeigegangen. Die Verwandlung hat ihn nicht verwandelt. Er nennt Vernunft das, was ihm erlaubt, sich mit jedem Zustand, in den er gerät, abzufinden, und er gebraucht sie, wortwörtlich, nur tierischer als jedes Tier zu sein, nämlich ein Ding. So wird er zu einem Wesen, einem "es", das nicht stirbt sondern "krepiert". Als "Zeug von nebenan" wird er von der Bedienerin aus der Wohnung gekehrt.
Die Erzählung handelt nicht von einer Verwandlung, sie handelt von einem Verwandelten. An keiner Kehre seines Lebensweges bietet das Schicksal Gregor eine Alternative. Weder hat er die Wahl zwischen Gut und Böse, noch findet er eine Gelegenheit, seine Hingabe an die Oberflächlichkeiten des Lebens einzusehen, zu bedauern oder zu sühnen. Er ist ohne Anklage und Urteil verdammt und bleibt über die Gründe seiner Verdammung im Dunkel. Er und seine Leser beugen sich einer Unabänderlichkeit.
"Auch das Ungewöhnliche muß Grenzen haben" sagt Blumfeld, der ältere Junggeselle, als zwei kleine, weiße, blaugestreifte Zelluloidbälle geradewegs aus der Transzendenz zu ihm herniedersteigen und ihn erbarmungslos umhüpfen (Kafka, Blumfeld, ein älterer Junggeselle, Erzählung, 1915).
Als Grundgesetz in der Welt Kafkas gilt es jedoch, daß diese Grenzen einseitig sind; sie sind nur der Empirie gesetzt; das "Ungewöhnliche" vermag sie nach Laune und Belieben zu überschreiten. Es wählt seine Opfer; die Gründe der Wahl bleiben verborgen; in ihrer Willkür aber ist die Auswahl von grotesker Grausamkeit. Warum wird Gregor Samsa zur Verwandlung ausgewählt und nicht etwa einer der drei Zimmerherren, denen er so ähnlich ist? Antwort wird nicht gegeben.Und dennoch liegt dieser Willkür ein Kern von Allgemeingültigkeit zugrunde. Gerade weil Gregor Samsa ein Durchschnittsmensch ist. der anderen Durchschnittsmenschen zum Verwechseln ähnlich sieht, kann sein unglaubliches Schicksal jeden Durchschnittsmenschen unter den Lesern der Geschichte befallen. Kafkas Meisterschaft als Erzähler beginnt dort, wo er ein Außerordentliches auf einem Gemeinplatz spielen läßt.
Der Epilog "Der Verwandlung" zeigt die Familie Samsa auf dem Weg zu körperlicher Genesung. Aber die Kraft, die Gregor Samsa verwandelte, ist unendlich mehr als das Sinnbild einer körperlichen Krankheit. Nirgendwo ermutigt Kafka den Leser, Gregors verwandelte Gestalt als einen Ausdruck einer körperlichen oder gar geistigen Störung aufzufassen. Der Epilog zeigt den Ausflug der Familie Samsa ins Freie. Nach der Beseitigung des Ungeziefers, der Entlassung der Bedienerin und der Kündigung der Zimmerherren begeben sich die Hinterbliebenen auf eine kleine Landpartie. Sie haben reinen Tisch gemacht und suchen nun nach einem neuen Leben. Dunkle Vergangenheit ist einer Zukunft des Lichts und der Freiheit gewichen. Und bei näherer Betrachtung stellt es sich heraus, daß die Aussichten für eben diese Zukunft "durchaus nicht schlecht waren". So endet die Erzählung, die mit den "unruhigen Träumen" eines in ein Insekt verwandelten Handelsreisenden begonnen hatte, mit den "neuen Träumen" seiner Eltern von einer gepflegten bürgerlichen Existenz in einer besseren Wohnung, "als es die jetzige, noch von Gregor ausgesuchte, war". Am auffallendsten ist jedoch die Verwandlung, die in Grete eingetreten ist. "Trotz aller Plage, die ihre Wangen bleich gemacht hatte", war sie in letzter Zeit "zu einem schönen und üppigen Mädchen aufgeblüht." Jetzt verbündet sie sich mit den lebensspendenden, lebenserneuernden Kräften der Mutter Natur, um ihre Verwandlung zu vollenden.
Gerade weil dieses Ende als Kontrapunkt zu der Erzählung von Gregors Verwandlung gedacht ist und gerade weil sich dieser Kontrapunkt in Harmonie auflöst, klingt er falsch. Die Verwandlung der Schwester besitzt die logische Brutalität des trivialen Lebens; mit ihr läßt sich im überwirklichen Bereich der Geschichte die Verwandlung des Bruders nicht ausgleichen.
So einmalig und unverrückbar hat Kafka das Bild des ungeheuren Ungeziefers auf die empirische Wirklichkeit gestülpt, daß diese selbst durch die Erscheinung des Insekts für alle Zeit verwandelt worden ist. Seit Gregor Samsas Verwandlung ist die Welt, durch die wir uns bewegen, eine andere geworden. weiter





Biographische Notiz

20. 10. 1913:

"Die unausdenkbare Traurigkeit am Morgen. Abends Jacobson "Der Fall Jacobson" gelesen. Diese Kraft zu leben, sich zu entscheiden, den Fuß mit Lust auf den richtigen Ort zu setzen. Er sitzt in sich, wie ein meisterhafter Ruderer in seinem Boot und in jedem Boot sitzen würde. Ich wollte ihm schreiben. Ging statt dessen spazieren, verwischte alles aufgenommene Gefühl durch ein Gespräch mit Haas, den ich traf, Weiber erregten mich, nun las ich zu Hause Die Verwandlung und finde sie schlecht..."

19. 01. 1914:

"Angst im Bureau abwechselnd mit Selbstbewußtsein. Sonst zuversichtlicher. Großer Widerwillen vor Verwandlung. Unlesbares Ende. Unvollkommen fast bis in den Grund. Es wäre viel besser geworden, wenn ich damals nicht durch die Geschäftsreise gestört worden wäre."

23. 01. 1914:

"... "Es war dir nicht bestimmt"; schlechter Trost der Mutter. Das Schlimmste ist, daß ich im Augenblick fast keinen bessern brauche. Darin bin ich wund und bleibe wund, aber sonst zieht mich das regelrechte, schwach abgewechselte, halb tätige Leben der letzten Tage (Arbeit über den "Betrieb" im Bureau, Sorgen A.s um seine Braut, Ottlas Zionismus, der Genuß der Mädchen bei dem Vortrag Salten-Schildkraut, Lesen der Memoiren Thürheim, Briefe an Weiß und Löwy, Korrektur der Verwandlung) förmlich zusammen und gibt mir etwas Festigkeit und Hoffnung...."

Max Brod schreibt über Die Verwandlung:

"Bei Kafka ist es der tiefe Ernst des religiösen Menschen, der die Szene füllt. Er zeigt keine Neugierde nach den Abgründen. Wider seinen Willen sieht er sie. Er ist nicht lüstern nach Zerfall (wie z.B. bei Poe oder l'Isle Adam; Anmerkung des Herausgebers). Er zerfällt, obwohl er den guten Weg, die Entschlossenheit, den Zusammenhalt sieht und liebt und nichts so sehr liebt wie den blauen, unbefleckten Himmel über sich, den ewig rettenden, vollkommenen. Aber dieser Himmel beginnt sich in Falten zu legen wie ein zürnendes Vaterantlitz. Und wievielmal die Angst um Glatterhaltung des Himmels furchtbarer ist und grausam-grauenhafter als die Durchstudierung von ein paar passablen Höllenabnormitäten, um so viel gewaltiger ist die Erschütterung, die von Kafkas geformtem Kunstwerk ausgeht, als die Sensation jener interessant-pathologischen Skizzenbücher des unheimlichen Genres. Gerade deshalb wirken seine Bücher (Verwandlung und Urteil) so schauerlich....
Nicht das Leben verwirft Kafka. Er hadert nicht mit Gott, nur mit sich selbst. Daher die furchtbare Strenge, mit der er ins Gericht geht. Überall in seiner Dichtung stehen Richterthrone, werden Exekutionen vollzogen. Die Verwandlung - der Mensch, der nicht vollkommen ist, Kafka erniedrigt ihn zum Tier, zum Insekt. Oder, was noch gräßlicher ist, er läßt (Bericht für eine Akademie) das Tier zum Menschtum aufrücken, aber zu was für einem Menschtum, zu einer Maskerade, die den Menschen demaskiert...
Liest man in Kafkas Romanfragment Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande die Wunschphantasie des Helden, namens Raban, der als Käfer im Bett liegen will, um unangenehmen Pflichten der Gemeinschaft zu entgehen, - so bekommt die Novelle Die Verwandlung, eine neue, gleichsam von innen erhellte Physiognomie. Am Zufall, am Unverschuldetsein des Unglücks beginnt man leise zu zweifeln.

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